Kantine Out (erstmal)

Seit reichlich drei Wochen ist die Kantine »Benjamin« vorbei und wir kommen allmählich wieder zu Puste. Das heißt zum Beispiel, dass wir (neben dem ersten Plenum, in dem es auch um die nächste Kantine ging) damit angefangen haben, die Audiomitschnitte hochzuladen. Ihr findet sie hier.

Großer Dank geht an Radio Corax und Radio T. Wenn ihr noch mehr hören wollte, dann schaut doch mal auf dem Blog rabanradio von Jolande Fleck vorbei.

Hygienekonzept für die Kantine wegen SARS-COV-2

Liebe Teilnehmer*innen,

um das Infektionsrisiko zu minimieren und trotzdem eine angenehme Durchführung der Kantine zu ermöglichen, hat sich das Team auf einige Punkte bezüglich der Hygienemaßnahmen geeinigt.

Bitte beachtet bei Eurer Anwesenheit folgende Hinweise:

  • Bitte hinterlasst Eure Kontaktdaten am Einlass. Damit kann im Falle eines Ausbruchs die Infektionskette nachverfolgt werden. Eure Daten werden sicher aufbewahrt und drei Wochen nach der Veranstaltung ordnungsgemäß vernichtet.
  • Innerhalb des Gebäudes ist das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes Pflicht. Bitte achtet auf einen Abstand von 1,50 m innerhalb des Geländes sowie im Gebäude. Im Freien ist nur ein Mund-Nasen-Schutz zu tragen, wenn der Abstand von 1,50 m nicht eingehalten werden kann.
  • Überall auf dem Gelände stehen Desinfektionsmittel bereit. Bitte nutzt diese regelmäßig, vor allem nach Nutzung der Sanitäranlagen.
  • An einem Tisch außerhalb des Gebäudes dürfen max. 4 Personen aus max. 2 Haushalten zusammen sitzen.
  • Innerhalb des Gebäudes herrscht ein Einbahnstraßensystem, das heißt, es gibt Hinweisschilder an den jeweiligen Ein- und Ausgängen. Bitte haltet Euch an die Richtungsanweisungen.
  • Bei Fragen stehen Euch jeden Tag Ansprechpersonen vor Ort zur Verfügung. Diese erkennt Ihr an den T-Shirts mit dem Schriftaufzug »Kantine Benjamin«.
  • Solltet Ihr Symptome bei Euch feststellen, bitten wir Euch darum, Zuhause zu bleiben. Solltet Ihr positiv auf Covid-19 getestet werden, informiert uns bitte umgehend (z. B. via e-Mail an kontakt@kantine-festival.org).

Denkt daran: alle Punkte sind auf freiwilliger Basis, allerdings liegt es in der Verantwortung von uns allen, solidarisch miteinander umzugehen und die Ausbreitung des Viruses so gut es geht zu verhindern.

Vielen Dank.

Eure Kantine-Crew

Lesung+: Ein Abend Benjamin

Fabian Blunck & Janis Walter

Mittwoch, 26.08. 21:00 Uhr

Mit Texten aus und zu Kindheit, Krieg und Revolution und den Städten Berlin und Paris. Mit naheliegenden und abwegigeren Bildern, Videos und natürlich Musik. Ausstellen werden wir den »Mord im Fahrstuhl« von Brecht und Benjamin. Bester Werbeslogan: »Unter Brechts Einfluss treibt Benjamin nur Dumme Dinge« (Adorno) Das Abendprogramm wird mit der Möglichkeit gerahmt mit uns auf unsere Kosten einen alkoholischen Gruß aus der Kantine »Benjamin« zu trinken.

Musik: supaKC / noisy answer & surreal multitool

Samstag, 29.08., 21:00 Uhr

Am Samstag gibt es ein Outdoor-Musikprogramm mit zwei Acts, auf die wir uns sehr freuen.

supaKC ist Leipziger DJ & Produzentin. Als supaKC spielt sie auch live, gibt DJ-und Musikproduktionsworkshops und ist gerade dabei ein kleines Digitallabel mit Namen »Graveyard Records« zu gründen. In ihrem aktuellen Liveset verwebt supaKC die Leichtigkeit von Italopop mit sphärischen Klängen skandinavischer elektronischer Musik und Einflüssen aus Darkwave und Experimental.

Für Surreal Multitool ist elektronische Musik vorallem eins: Ein riesiges Spielfeld aus vielen verschieden Genre, die immer wieder auseinandergenommen, vermischt und neu erfunden werden wollen. Dabei finden sich Elemente von House, Techno, Electro, aber auch Wave, Trip-Hop oder Disco wieder. Denn eins wollen die Nicht-So-Ganz-Wahl-Chemnitzer*innen sicher nicht: sich einen Stempel aufdrücken lassen. Mit tanzbaren Beats und punkigen Texten verabschieden die beiden euch in Nachkantinezeit!

Feature und Gespräch: »Uraltes Hafengeschwätz«. Walter Benjamins Passagen durch Marseille

Johanna Tirnthal

Freitag, 28.08., 15:30 Uhr

1940, als die Deutschen den Norden Frankreichs besetzten, trafen Geflüchtete aus ganz Europa in Marseille zusammen. Walter Benjamin versuchte von hier auf dem Landweg nach Spanien zu gelangen und nahm sich im Grenzort Portbou das Leben. Von seinen letzten Tagen in der französischen Hafenstadt sind zahlreiche Anekdoten überliefert, er traf hier viele alte Bekannte: Hannah Arendt, Siegfried Kracauer, Anna Seghers und den österreichischen Schriftsteller Soma Morgenstern.
Benjamin war 1940 nicht zum ersten Mal in Marseille – auch als junger Mann hatte er die französische Hafenstadt besucht, 1926 und 1928. Damals aß er Haschisch, flanierte durch die engen Gassen und über die Boulevards, beobachtete das Treiben in den Hafenkneipen. Seine Eindrücke hielt er in einem »Städtebild«, in »Haschisch in Marseille« und der Novelle »Myslowitz-Braunschweig-Marseille« fest.
»Uraltes Hafengeschwätz« ist ein 38-minütiges Radiofeature, das sich auf die Spuren von Benjamins sehr unterschiedlichen Marseille-Besuchen begibt. Es nimmt mit in die Klanglandschaft der französischen Hafenstadt, hin- und hergerissen zwischen leichtfüßigen Haschisch-Momenten und der bedrohlichen Atmosphäre von 1940. Die Protagonist*innen: Das französische Musikerpaar »Catherine Vincent« beschäftigt sich heute mit Benjamins Marseille-Texten, arbeitet an einem Benjamin-Album und wandelt mit einer Schulklasse auf den Spuren von »Myslowitz-Braunschweig-Marseille« durch die Banlieues. Der Videokünstler Renaud Vercey erklärt Benjamins Wege durch das Stadtzentrum. Und Erdmut Wizisla, der Leiter des Berliner Walter-Benjamin-Archivs, erzählt vom großen Rätsel der Benjamin-Forschung: Dem Koffer (mit Texten?), den Benjamin in Marseille bei sich hatte und der nach seinem Suizid verloren ging.
»Uraltes Hafengeschwätz« wird am 22.9.2020 um 16.05 in der Reihe »Tonspuren« im österreichischen Kultur-Radiosender Ö1 gesendet. Bei der Kantine »Benjamin« stellt die Autorin das nun fast abgeschlossene Projekt vor, erzählt von ihren Recherchen in Marseille und lädt ein, gemeinsam Benjamins Haschisch-Texte zu erkunden.

Johanna Tirnthal ist freie Radio-Autorin und Kulturwissenschaftlerin. Sie pendelt zwischen Berlin und Wien und arbeitet hauptsächlich für Deutschlandfunk Kultur und Ö1. Ihre Lieblingsthemen findet sie da, wo Philosophie, Literatur und soziale Bewegungen einander guten Morgen sagen. Studiert hat sie Filmwissenschaft, Geschichte und Kulturwissenschaft in Berlin und Lissabon. Sie unterrichtet außerdem Radio.

Buchvorstellung: Echo im Sprachwald. Figuren dialektischen Hörens bei Walter Benjamin

Martin Mettin

Donnerstag, 27.08., 11:00 Uhr

In den Kultur- und Geisteswissenschaften hat sich die Sicht auf Walter Benjamin als einem Denker des Sehens etabliert. Nicht nur gelten seine Texte zu Film und Fotografie als Vorläufer der Medientheorie. Vor allem Benjamins Methode, in Bildern zu denken, ist oftmals als ein Primat der optischen Erfahrung in seinen Schriften gedeutet worden. Was jedoch geschieht, wenn man diese Hauptwege der Rezeption verlässt und den Spuren der weitaus weniger beachteten Klänge und Geräusche in Benjamins Texten nachforscht? Was zeichnet sich ab, wenn akustische Denkfiguren ins Zentrum der Aufmerksamkeit rücken?

Diesen Lektüreversuch unternimmt Martin Mettin mit seinem Buch. Im Mittelpunkt stehen auch hier Überlegungen zum dialektischen Bild, das allerdings variierende Bedeutung im Sinne von Sprach- und Klangbildern annimmt. Als zentrales Motiv erweist sich dabei das Echo: In dieser literarischen Denkfigur verbindet sich Sprachphilosophie mit Reflexionen über Erfahrungsarmut und den gewaltförmigen Verlauf von Geschichte.

Martin Mettin ist Philosoph und Autor mit einer Leidenschaft fürs Hören. Er lehrt und forscht als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Ausbildungsinstitut für Humanistische Lebenskunde in Berlin.

Kantinen-Update

Good News: Nachdem wir wegen COVID-19 lange überlegt haben, ob das Kantine-Festival 2020 stattfinden kann, haben wir uns zu einem „ja“ entschlossen. Die Kantine »Benjamin« ist vom 24. – 30. August im Subbotnik angesetzt. Wir freuen uns also auf eine Woche intensiver Auseinandersetzung mit Walter Benjamin.

Natürlich können wir nicht in die Glaskugel schauen und müssen deswegen alles unter Vorbehalt ankündigen. Wir arbeiten an einem Hygienekonzept, dass allen eine entspannte Teilnahmen ermöglichen soll. Inwiefern Verpflegung, Übernachtungsmöglichkeiten oder Kinderbetreuung angeboten werden können, ist derzeit noch nicht klar. Wir halten euch auf jeden Fall auf dem Laufenden.

Bis dahin: Bleibt ruhig und heiter, trotz alledem! (ganz nach Luxemburg)

Kantine »Benjamin«

Es steht fest: Sofern die aktuelle Lage uns keinen Strich durch die Rechnung macht, findet die Kantine »Benjamin« vom 24. bis zum 30. August 2020 im Subbotnik in Chemnitz statt.

Eine Woche lang wollen wir uns auf unterschiedlichen Wegen dem Werk und Leben von Walter Benjamin annähren. Mehr Informationen folgen, wir freuen uns!

Kantine in

Nach einem langen und komplizierten Abstimm- und Diskussionsverfahren steht es fest:

Es gibt eine nächste Kantine und diese wird sich zumindest einmal noch einer Person widmen. Es geht diesmal um Walter Benjamin. Eine Woche lang (Achtung, es ist die letzte Augustwoche) wollen wir uns gemeinsam mit euch in das Werk und Wirken des Autors hineinwühlen. Mehr zu ihm aber später. Bis dahin!

Kantine out

Zusammengeräumte Sachen, Fenster, Gerümpel

Eine Woche Theoriefestival hat sich auf wenige Quadratmeter Krimskrams reduziert. Viel voller geht es hoffentlich in euren Köpfen zu. Wir müssen jetzt erstmal schlafen (geträumt wird von Rosa). Ein großer Dank geht an alle raus, die referiert, gekocht, zugehört, vorgelesen, Musik gemacht, aufgeräumt, … haben. Bis später, die Kantine.