Fit für die Kantine 3: Die Revolte beginnt auf Gut Holmecke

Über Utopien nachzudenken heißt nicht zuletzt, die Gegenwart verstehen zu wollen. Der Podcast „Die Revolte beginnt auf Gut Holmecke“ wählt als Format dafür persönliche Interviews . Die erste Staffel besteht aus Gesprächen mit den Teilnehmer:innen einer Kur und nimmt persönliche Erfahrungen mit weiblicher Sozialisation in den Fokus. Die aktuelle zweite Staffel nähert sich dem Komplex „Männlichkeit“ an. Mittlerweile kamen 20 Menschen in fast 30 Folgen zu Wort.

Hier findet ihr die aktuelle Folge:

Fit für die Kantine 2: Niegeschichte

Spoiler: Bei der Kantine »de Pizan« wird es auch um Science Fiction gehen. Jemand, der über das Thema nicht nur viel nachgedacht, sondern selbst einige Romane geschrieben hat, ist Dietmar Dath. Letztes Jahr war er beim Dissens-Podcast zu Gast, um über sein mehr als 900 Seiten langen Essay über SF mit dem Titel „Niegeschichte“ zu sprechen. Er erläutert unter Anderem, wie das Genre (potentiell) den gesellschaftlichen Status Quo in Frage stellt.

Fit für die Kantine 1: „Ein Stachel im System?“

Bis zur Kantine »de Pizan« werden wir immer wieder Audiobeiträge, Texte etc. teilen, die auf die Inhalte des Festivals vorbereiten (Vorschläge nehmen wir gerne entgegen). Den Auftakt macht das Audiofeature „Ein Stachel im System? Zum emanzipatorischen Gehalt von DDR-Frauenzeitschriften“ von der feministischen Bibliothek MONAliesA aus Leipzig. Welche offizielle Geschlechterpolitik in der DDR verfolgt wurde, welche Möglichkeiten und Unmöglichkeiten zur Emanzipation von „Heim und Herd“ existierten und welche Rolle Frauenzeitschriften wie Sybille, Für Dich oder Zaunreiterin dabei einnahmen, wird in Form von Zeitzeuginneninterviews untersucht. Viel Spaß beim Hören!

Kantine »de Pizan« | 23. bis 29. August 2021

„Dir wird auf diese Weise vor allen anderen Frauen das Vorrecht zuteil, die Stadt der Frauen zu errichten […] Ich, gleich einer Weissagerin, prophezeie dir, daß die Stadt, die du mit unserer Hilfe gründen wirst, weder Zerstörung noch Verfall erleben wird, vielmehr, all ihren mißgünstigen Feinden zum Trotz, über alle Zeiten hinweg blühen und gedeihen wird.“ (Christine der Pizan: Das Buch von der Stadt der Frauen, Erstes Buch, Kapitel IV)

Es ist soweit – die Vorbereitungen zum vierten Kantine-Festival sind in vollem Gange. Dieses Jahr legen wir den Fokus nicht mehr ausschließlich auf das Leben und Werk einer einzelnen Person. Stattdessen gilt es – ausgehend vom Schaffen Christine de Pizans* – verschiedene Facetten und historische Kontexte feministischer Utopien zu beleuchten. De Pizan nimmt dabei die Rolle als Vordenkerin ein. Damit kommt es zwar nach Marx, Luxemburg und Benjamin zu einem chronologischen Bruch, die Verbindung gelingt jedoch über den Begriff der Utopie: Wir springen mit den Schriften de Pizans in das Spätmittelalter zurück. Von dort aus nähern wir uns dann der Genese von Feminismus und Utopie bis in die Gegenwart und Zukunft hinein. Entsprechend beginnt das Festival mit einer Einführung zu Christine de Pizan und ihren Tätigkeiten. Im Verlauf der Woche widmen wir uns dann verschiedenen literarischen, filmischen und politischen Entwürfen für eine befreite Gesellschaft jenseits herkömmlicher Kategorien. Wir befassen uns mit der Kritik am Patriarchat in seinen verschiedenen historischen Gestalten sowie an geschlechtsspezifischer Arbeitsteilung und Sozialisation im Kapitalismus, einigen Perspektiven auf feministische Stadtentwürfe und vielem mehr.

Wie gewohnt erwartet euch ein volles Programm mit Theorievorträgen, Workshops und Diskussionen. Neben solch klassischen Formaten werden auch andere Zugänge zur Thematik eröffnet, z.B. durch Performances, Filme, eine Schreibwerkstatt und andere Auseinandersetzungsformen, denn: Utopisches Denken findet nicht nur Ausdruck in Theorie und Diskussion, sondern vor allem auch in Bildern und Imaginationen.Auch dieses Jahr stehen wir vor der Herausforderung, ein Festival im Rahmen der Pandemie so sicher und angenehm wie möglich für alle Beteiligten zu gestalten. Wir sind bereits dabei, ein entsprechendes Hygienekonzept zu erarbeiten. Eine absolute Planungssicherheit ist uns allerdings aufgrund der aktuellen Lage nicht möglich. Wir werden euch dennoch regelmäßig auf unserer Website oder via Social Media auf dem Laufenden halten. Wir planen außerdem unser Online-Angebot auszubauen, um eine Teilnahme an Teilen des Festivals von zuhause aus zu ermöglichen. Wir freuen uns darauf, euch zur Kantine »de Pizan« begrüßen zu dürfen!

Christine de Pizan (1364 – 1429) war eine Schriftstellerin des Spätmittelalters. Ihre literarische Karriere begann aus der Not heraus, ihre Familie nach dem Tod ihres Mannes zu ernähren. Die schwierigen Verhältnisse einer alleinerziehenden Frau in der damaligen Zeit hielten sie nicht davon ab gegen eine ungerechte Männerwelt anzuschreiben. Dadurch beeinflusst waren die Themen ihrer ersten Werke Traurigkeit und Isolation sowie die Gefahr einer außerehelichen Liebe für Frauen. Im Laufe ihres Lebens entwickelte sich Pizan zu einer der ersten französischen Berufsschriftstellerinnen und Verlegerinnen Frankreichs. Sie positionierte sich in ihren Texten für ein friedliches Frankreich, gegen einen drohenden Bürgerkrieg sowie gegen die misogynen Ansichten ihrer Zeitgenossen. Ihr am meisten rezipiertes Werk, „Das Buch von der Stadt der Frauen“, ist gleichzeitig auch das am stärksten vernachlässigte aus der Gattung der literarischen Utopien. Darin hegt die Ich-Erzählerin Christine aufgrund frauenfeindlicher Polemiken Selbstzweifel, wird aber von Allegorien, die zeitgenössische Tugenden symbolisieren, in die „Stadt der Frauen“ geführt, in der Gleichgesinnte unbescholten vor patriarchaler Zurichtung leben können.

»… hier tanze« – Publizieren ist ein Muss.

Blut, Schweiß, Tränen und Fördermittel haben es möglich gemacht: Die Kantine hat ihre erste Publikation mit dem schmissigen Titel »… hier tanze« geliefert bekommen. Auf 188 Seiten befinden sich zehn Texte zu Vorträgen und Workshops der ersten beiden Kantinen. Mit dabei: Dania Alasti, Caro Blauth, Kaśka Bryla, Jonas Fischer, Peter Jehle, Olaf Kistenmacher, Carolin Krahl, Thiemo Luft, Marie Lippert, Elfriede Müller, Markus Winterfeld & Max Wolf. Als Extra wurden viele Fotos im Heft verteilt und außerdem gibt es ein Gespräch über Sinn & Unsinn der Kantine nachzulesen. Vielleicht holen wir bei besseren Bedingungen die obligatorische Releaseparty nach. Falls ihr Interesse habt, könnt ihr gerne ein Exemplar gegen Spende erhalten. Schreibt dazu einfach eine Mail an publikation [ätt] kantine-festival.org . Großer Dank geht an die Autor*innen, die Rosa-Luxemburg-Stiftung und die Bürgerplattform Chemnitz-Mitte, die diese Publikation unterstützt haben.

Kantine Out (erstmal)

Seit reichlich drei Wochen ist die Kantine »Benjamin« vorbei und wir kommen allmählich wieder zu Puste. Das heißt zum Beispiel, dass wir (neben dem ersten Plenum, in dem es auch um die nächste Kantine ging) damit angefangen haben, die Audiomitschnitte hochzuladen. Ihr findet sie hier.

Großer Dank geht an Radio Corax und Radio T. Wenn ihr noch mehr hören wollte, dann schaut doch mal auf dem Blog rabanradio von Jolande Fleck vorbei.

Hygienekonzept für die Kantine wegen SARS-COV-2

Liebe Teilnehmer*innen,

um das Infektionsrisiko zu minimieren und trotzdem eine angenehme Durchführung der Kantine zu ermöglichen, hat sich das Team auf einige Punkte bezüglich der Hygienemaßnahmen geeinigt.

Bitte beachtet bei Eurer Anwesenheit folgende Hinweise:

  • Bitte hinterlasst Eure Kontaktdaten am Einlass. Damit kann im Falle eines Ausbruchs die Infektionskette nachverfolgt werden. Eure Daten werden sicher aufbewahrt und drei Wochen nach der Veranstaltung ordnungsgemäß vernichtet.
  • Innerhalb des Gebäudes ist das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes Pflicht. Bitte achtet auf einen Abstand von 1,50 m innerhalb des Geländes sowie im Gebäude. Im Freien ist nur ein Mund-Nasen-Schutz zu tragen, wenn der Abstand von 1,50 m nicht eingehalten werden kann.
  • Überall auf dem Gelände stehen Desinfektionsmittel bereit. Bitte nutzt diese regelmäßig, vor allem nach Nutzung der Sanitäranlagen.
  • An einem Tisch außerhalb des Gebäudes dürfen max. 4 Personen aus max. 2 Haushalten zusammen sitzen.
  • Innerhalb des Gebäudes herrscht ein Einbahnstraßensystem, das heißt, es gibt Hinweisschilder an den jeweiligen Ein- und Ausgängen. Bitte haltet Euch an die Richtungsanweisungen.
  • Bei Fragen stehen Euch jeden Tag Ansprechpersonen vor Ort zur Verfügung. Diese erkennt Ihr an den T-Shirts mit dem Schriftaufzug »Kantine Benjamin«.
  • Solltet Ihr Symptome bei Euch feststellen, bitten wir Euch darum, Zuhause zu bleiben. Solltet Ihr positiv auf Covid-19 getestet werden, informiert uns bitte umgehend (z. B. via e-Mail an kontakt@kantine-festival.org).

Denkt daran: alle Punkte sind auf freiwilliger Basis, allerdings liegt es in der Verantwortung von uns allen, solidarisch miteinander umzugehen und die Ausbreitung des Viruses so gut es geht zu verhindern.

Vielen Dank.

Eure Kantine-Crew

Lesung+: Ein Abend Benjamin

Fabian Blunck & Janis Walter

Mittwoch, 26.08. 21:00 Uhr

Mit Texten aus und zu Kindheit, Krieg und Revolution und den Städten Berlin und Paris. Mit naheliegenden und abwegigeren Bildern, Videos und natürlich Musik. Ausstellen werden wir den »Mord im Fahrstuhl« von Brecht und Benjamin. Bester Werbeslogan: »Unter Brechts Einfluss treibt Benjamin nur Dumme Dinge« (Adorno) Das Abendprogramm wird mit der Möglichkeit gerahmt mit uns auf unsere Kosten einen alkoholischen Gruß aus der Kantine »Benjamin« zu trinken.