Programmänderungen am Dienstag und Donnerstag

Leider muss der Stadtrundgang mit Mike Melzer am Dienstag 13:30 Uhr ausfallen. Die gute Nachricht: es bleibt bei einem Stadtrundgang, denn wir konnten Carolin Juler zum Thema »Der NSU Komplex in Chemnitz — rechte Kontinuitäten in Chemnitz und Südwestsachen« für unser Programm gewinnen.

Außerdem neu: Am Donnerstag um 13:30 Uhr haben wir Stefan Pimmer zu »Gramsci peripher/postkolonial« zu Gast.


Ausgehend von den 1990ern in Chemnitz und dem Untertauchen des sogenannten »NSU Trios« werden den Teilnehmenden des Stadtrundganges rechte Kontinuitäten in der Stadt Chemnitz aufgezeigt. Wie und durch wen konnte der NSU in Chemnitz untertauchen? Welche rechten Strukturen herrsch(t)en in der Stadt? Welche Akteurinnen gibt es bis heute? Wie lassen sich die Verbindungen zwischen Chemnitz 2018 und den Baselballschlägerjahren ziehen? Sonstiges: In dem circa 2 Stunden andauernden Stadtrundgang im Chemnitzer Stadtzentrum gehen die Teilnehmenden an Orte in der Chemnitzer Innenstadt, die vor allem durch die rechten Aufmärsche 2018 geprägt wurden. Eingangs wird es eine Einführung in den NSU Komplex geben, um Bezüge zur aktuellen Situation und Akteurinnen in Chemnitz und Südwestsachsen herzustellen.
TW: Das Format setzt sich vor allem mit Täter*innen und Neonazis auseinander. Es wird um rechten Terror, Morde und Anschläge von Neonazis gehen, weshalb es für die Teilnehmenden durchaus bedrückend sein kann, das Gehörte zu verarbeiten.

Start des Rundgangs: Subbotnik 13:30

Ende des Rundgangs: Karl-Marx-Kopf ca. 15:15

Carolin arbeitet und forscht als freiberufliche Bildungsreferentin zu den Themen NSU-Komplex, Rechte Szene in Chemnitz und Südwestsachsen und zur Gedenkarbeit für Betroffene von rechtsterroristischer Gewalt. Carolin lebt in Chemnitz und ist dort parlamentarisch und außerparlamentarisch politisch aktiv.


Stefan Pimmer: Gramsci peripher/postkolonial
Donnerstag, 04.08.22, 13:00

Ausgehend von Italien hat Gramscis Denken eine weltweite Verbreitung erfahren, die sich auch auf den »globalen Süden« erstreckt. Die Übertragung seiner Konzepte auf periphere Gesellschaften ist jedoch nicht unumstritten. Als Theoretiker der Revolution im »Westen« wird seinen Überlegungen mitunter eine eingeschränkte Gültigkeit für postkoloniale Herrschaftsverhältnisse attestiert, oder ihnen eine eurozentrische Sichtweise bescheinigt. Demgegenüber argumentiert der Vortrag, dass Gramscis politische und theoretische Interventionen oft ein großes Augenmerk auf Zentrum-Peripherie-Verhältnisse aufweisen und ihnen sogar eine postkoloniale Kondition zugrunde liegt. Dies bedeutet jedoch keinen theoretischen Freifahrtsschein für den »globalen Süden«. Der Vortrag plädiert daher für eine Übersetzungsarbeit, um gramscianische Konzepte für die Spezifika postkolonialer Verhältnisse zu sensibilisieren.

Stefan Pimmer ist Sozialwissenschaftler mit Schwerpunkt Lateinamerika; zurzeit an der Universität von Buenos Aires, wo er seine Doktorarbeit zur argentinischen und lateinamerikanischen Gramsci-Rezeption schreibt.

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