Gundula Ludwig: Hegemonie, Geschlecht und Heteronormativität. Queer-feministische Herrschaftskritik mit Gramsci

Donnerstag, 04.08, 15:30

Warum der Kapitalismus trotz seiner inhärenten Krisenanfälligkeit sich als langlebiges Gesellschaftsprojekt behaupten kann, war eine der zentralen Fragen, die Antonio Gramsci in seinen Gefängnisheften beschäftigte. Mit seiner Hegemonie- und Staatstheorie gibt Gramsci darauf Antwort: Menschen werden dazu geführt, Herrschaftsverhältnissen zuzustimmen. Wie Gramscis Denken genutzt werden kann, um zu verstehen, wie Geschlechterverhältnisse und Heteronormativität durch Hegemonie gesichert werden, wird in dem Vortrag erläutert werden. Zudem wird gezeigt, wie aus queer-feministischer, Gramscianischer Perspektive Geschlecht und Heteronormativität mit der kapitalistischen Produktionsweise in Verbindung stehen und wie der integrale Staat in gesellschaftlichen Krisen Geschlecht und Heteronormativität als Ressourcen zur Krisenbewältigung einsetzt.

Gundula Ludwig ist Professor*in für Sozialwissenschaftliche Theorien der Geschlechterverhältnisse und Leiter*in der Forschungsplattform Center Interdisziplinäre Geschlechterforschung Innsbruck an der Universität Innsbruck, und beschäftigt sich aus queer-feministischer Perspektive mit Staat, Kapitalismus und Hegemonie.

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