Collagen zum kommunistischen Begehren

Performance am Donnerstag, 08.08.2019, 22.00 Uhr

Ein Abend zum Unterhalten, für den Text-, Video- und Musikschnipsel zu einer Collage zusammengefügt werden.

Vier Bilder lassen wir hier sprechen durch Performen, Lesen und Singen(lassen): Nur um der Hoffnungslosen willen ist uns die Hoffnung gegeben; Hoffnung entsteht durch Revolte; Absurd ist, was ist, und nicht zu glauben, dass es anders sein könnte und schließlich: wo ist die Utopie?

Gastgeber*innen dieser außergewöhnlichen Collage sind Janis Walter, Katharina Vitt und Fabian Blunck.

Das Maschinensystem des 21. Jahrhunderts

Vortrag mit Felix Gnisa am Samstag, 10.08.2018, 14.00 Uhr

Können Technologien dabei helfen, den Kapitalismus zu überwinden? Marx hatte darauf große Hoffnungen. Auf der anderen Seite betont er auch die Prägung von Technologien durch den Kapitalismus. Mit dem Begriff der reellen Subsumtion zeichnet er eine pessimistische Diagnose: Der Kapitalismus entwickelt sehr produktive Maschinen – die Arbeiterin wird in der industriellen Produktion aber zu ihrem Anhängsel gemacht, weil sie dem Takt mechanisierter Werkzeuge folgen muss. Das bedeutet Schwierigkeiten für gesellschaftliche Transformation, weil Arbeiterinnen nicht mehr in der Lage sind, Arbeitsprozesse selbst zu kontrollieren.

Neuere marxistische Strömungen wie der Postoperaismus renovieren hingegen den Marx’schen Produktivkraftoptimismus. Sie gehen davon aus, dass Arbeit heute vor allem immateriell ist, wie sie Informationen und Wissen produziert und digitale Technologien keine Herrschaft über diese Art der Arbeit mehr ausüben. Arbeit sei nur noch formell subsumiert, also frei von der Prägung durch kapitalistische Strukturprinzipien.

Anhand digitaler Plattformtechnologien wie Uber, Amazon Mechanical Turk und Facebook soll diese Diagnose diskutiert werden. An den Technologien lässt sich verdeutlichen, dass Produktivität heute tatsächlich wesentlich immateriell ist. Diese Art immaterieller Produktivität mündet aber auch in einer neuen Form technologischer Herrschaft: Der Subsumtion von Kommunikation, in der nicht mehr Werkzeugmaschinen, sondern Informationskreisläufe Kontrolle über Arbeit ausüben. Deswegen ist der Umbau digitaler Technologien nötig, wenn sie Mittel gesellschaftlicher Veränderungen sein sollen. Die Schwierigkeit, die die Marx’schen Ausführungen zum Maschinensystem offenlegen, besteht in der Frage, ob so ein Umbau möglich ist, ohne dass die Effizienz jener Technologien verschenkt wird.

Felix Gnisa aus Leipzig ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Arbeitsbereich Industriesoziologie der Friedrich-Schiller-Universität Jena.

Einführung in Leben und Werk Rosa Luxemburgs

Workshop mit Miriam Pieschke am Dienstag, 06.08.2019, 11.00 Uhr

Rosa Luxemburg gilt vielen linken Menschen als nicht-diskreditierte Ikone der linken Geschichte und Bewegung. Sie steht für einen demokratischen Sozialismus, für ein Verhältnis von „Masse und Führung“ auf Augenhöhe, für eine Vision einer befreiten Gesellschaft. Doch auch wenn heutzutage die meisten wissen, wer Luxemburg war, kennen sie doch oft höchstens Stichworte dazu, welche Standpunkte sie theoretisch und praktisch vertrat. In diesem Workshop soll daher Gelegenheit sein, sich einen ersten Überblick über Luxemburgs Leben und Werk eingebettet in die historischen Ereignisse ihrer Zeit zu verschaffen. Zudem wollen wir an einem Beispieltext kennenlernen, wie Luxemburg argumentierte.

Miriam Pieschke ist Politikwissenschaftlerin und Erwachsenenbildnerin. Sie hat vor ca. 10 Jahren angefangen, sich intensiver mit Rosa Luxemburg zu beschäftigen und gibt seit dem auch immer wieder Seminar zu deren Werk. Aktuell arbeitet sie an der Hochschule Magdeburg-Stendal in einem subjektwissenschaftlichen Forschungsprojekt.

Zum Verhältnis Luxemburgs zu Marx

Vortrag mit Judith Dellheim am Freitag, 09.08.2019, 11.00 Uhr

In meinem Vortrag interessiert, wie Luxemburg Marx las und warum z. B. Georg Lukasz 1923 meinte, dass Luxemburg am meisten im Marxschen „Sinne“ sozialistische Politik weitergedacht, sie „seinem Geiste gemäß“ weiterentwickelt (Lukasz, 1923, 43) habe. Zugleich interessiert, was heute aus Luxemburgs Marx-Lektüre gelernt werden kann bzw. sollte. Um auch Lernprozesse bei Luxemburg zu reflektieren, werden nach einer kurzen Vorstellung ihrer Grundidee drei zeitlich gegliederte Absätze angefügt. Sie illustrieren auch die enorme Vielfalt von Themen, zu denen sich Luxemburg, auf Marx gestützt, geäußert hat und münden in ein kurzes Fazit.

Luxemburg war ständig „dreifach“ bei Marx: nicht „nur“ durch ihre wissenschaftliche Marx-Lektüre, wo sie unentwegt fünf Fragen stellte und zu beantworten suchte: Wann hat Marx was warum gesagt? Inwiefern hat das die konkret-historischen Probleme und Entwicklungen erklärt und wie verliefen diese warum mit welchen Folgen? Hat Marx sich selbst kritisiert – und wenn ja, warum? Wie hat er gearbeitet, so dass in ihm, „der scharfe historische Analytiker und der kühne Revolutionär, der Mann des Gedankens und der Tat, unzertrennlich miteinander verbunden waren, einander unterstützten und ergänzten“ (L. 1915/2000, 31)? Aber Luxemburg, die beiden MEGA-Kollektiven bewundernswert vorausgeeilt war, war nicht „nur“ oder vor allem „Marx-Forscherin“. Sie war auch in der politischen Bildung der Genossinnen und Genossen ständig bei Marx und hat eine sechste Frage gestellt und diskutiert: Was von seinen Arbeiten ist wie für die Theorie und praktische Politik verallgemeinerbar? Und erst recht war die Politikerin Luxemburg ständig bei Marx in ihrer Arbeit an der Strategie und Programmatik sozialistischer Politik wie im politischen Alltag. Hier war sie immer mit der Frage befasst, was sofort, kurz-, mittel- und langfristig getan werden kann und muss, um unter den konkreten gesellschaftspolitischen Bedingungen wie Marx zu handeln – das Maximale zu tun, um die historische Möglichkeit einer sozialistischen Gesellschaft als realisierbare zu erhalten und ihr näher zu kommen, und das auch tun! Ausgehend von den zu ihrer Zeit aktuellen theoretischen und politischen Herausforderungen sozialistischer Politik hat sie Marxsches Heran- und Vorgehen fortgesetzt: Sie hat ein humanistisches Menschenbild, ein darauf basierendes Politikverständnis, ein kritisches Forschen, eine auf selbstbestimmtes Denken und solidarisches Handeln zielende politische Bildung, eine selbstkritische Reflektion und einen Neues ermöglichenden Politikstil als zusammengehörig gelebt. Am 15. Januar 1919 brach mit dem Mord an Luxemburg und dem eingeleiteten Terror eine Art und Weise, mit Marx umzugehen und Politik zu betreiben, ab. Die Tatsache, dass dieser „Ariadnefaden“ noch immer nicht wieder aufgenommen ist und dass das nicht einmal intensiv diskutiert wird, erklärt entscheidend unsere politische Defensive. Nehmen wir also endlich diesen Faden kritisch und vor allem selbstkritisch wieder auf!

Judith Dellheim, Dr., Ökonomin, Referentin der RLS für Solidarische Ökonomie, Mitwirkung in den Gesprächskreisen Parteien und Bewegungen sowie Wirtschaftspolitik.

Die Taktik der Taktlosigkeit des Proletariats

Vor- und Nachtrag mit Luise Meier am Samstag, 10.08.2019, 18.30 Uhr

Die Taktik der Taktlosigkeit des Proletariats: Wie läßt sich die Gegenwart mit den Werkzeugen Rosa Luxemburg kontaminieren, stören,
anpacken und umwenden? Was bedeutet es sich nicht als Individuum zu
optimieren, sondern in den kollektiven Lernprozess – auch mit den
Halbverwesten – einzutreten? Wie aktivieren wir die ansteckenden Kräfte,
die von der Wasserleiche im Landwehrkanal ausgehen? Ein Vor – und
Nachtrag mit Luise Meier (MRX Maschine).

Über Luise Meier: http://www.luisemeier.com/

Zu Rosa Luxemburgs Kritik der „nationalen Befreiung“

Vortrag von Olaf Kistenmacher am Donnerstag, 08.08.2019, 11.00 Uhr

Gegen den Imperialismus war die organisierte Arbeiterbewegung schon immer. Aber erst im Anschluss an Wladimir I. Lenins „Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus“ und seine Thesen zur „nationalen und kolonialen Frage“ entwickelte die Kommunistische Internationale in den 1920er Jahren eine antiimperialistische Position und setzte global auf „nationale Befreiungsbewegungen“. Rosa Luxemburg hatte vor dem Ersten Weltkrieg nicht nur eine andere marxistische Erklärung des Imperialismus als Lenin formuliert. Sie hatte auch früh die Vorstellung kritisiert, dass die politische Linke sich für die „nationale Befreiung“ oder das „Selbstbestimmungsrecht der Nationen“ einsetzen sollte. Dabei blieb sie. In ihrer Auseinandersetzung mit der russischen Revolution schrieb sie 1918, dass „die Phrase von der Selbstbestimmung und die ganze nationale Bewegung, die gegenwärtig die größte Gefahr für den internationalen Sozialismus bildet“, durch die Bolschewiki „eine außerordentliche Stärkung erfahren“ habe.

Olaf Kistenmacher, Hamburg, ist Historiker und Journalist. In seiner Dissertation beschäftigte er sich mit antisemitischen Aussagen in der Tageszeitung der KPD während der Weimarer Republik. Veröffentlichung zum Thema: „Selbstbestimmung als Phrase. Rosa Luxemburg als antinationale Marxistin“, in: Jungle World 1, 3. Januar 2014

Link: https://jungle.world/artikel/2014/01/selbstbestimmung-als-phrase

Linie Luxemburg-Gramsci

Vortrag und Diskussion von und mit Peter Jehle am Mittwoch, 07.08.2019, 14.00 Uhr

Für den Schlussabschnitt der Ästhetik des Widerstands notiert Peter Weiss: „Mitgliedschaft in der Partei – dass es eine kleine Partei war, unwichtig. Mitgliedschaft Prinziperklärung – ideologische Zugehörigkeit – Abwesenheit von Zwang und Dogmatismus – Linie Luxemburg-Gramsci – Voraussetzung: Aufklärung der historischen Fehler – die lebendige kritische Wissenschaft, Ablehnung jeglicher Illusionsbildungen, Idealismen, Mystifikationen“ (Notizbücher 1971-1980, Bd. 2, 608). Das ist die einzige Stelle, an der der Ausdruck vorkommt. Er beschreibt nichts, was es ohne weiteres bereits gäbe, sondern formuliert einen Anspruch: Um Zukunft zu gewinnen, muss die Arbeiterbewegung die historischen Fehler, die sie gemacht hat, aufklären. Das gilt 30 Jahre nach dem Fall der Mauer noch immer. Aber inwiefern können da ausgerechnet Luxemburg und Gramsci hilfreich sein? Woran kann angeknüpft werden? Das ist die Leitfrage, der im Vortrag nachgegangen wird.

PDF zur Vorbereitung: Frigga Haug, „Linie Luxemburg-Gramsci“, in: Historisch-kritisches Wörterbuch des Marxismus, Bd. 8/I, Hamburg 2012, 1122-1152.

Peter Jehle: Dr. phil., wiss. Mitarbeiter des Instituts für kritische Theorie, Berlin; Mithg. des Historisch-kritischen Wörterbuchs des Marxismus und der Zeitschrift Das Argument; Privatdozent an der Uni Potsdam.

Feministischer  Materialismus  –  Kapitalismuskritik  vom  Küchentisch

Workshop von Carolin Blauth am Donnerstag, 08.08.2019, 14.00 Uhr

Feminismus und Marxismus ist das nicht ein (Neben-)Widerspruch? Nö! In diesem Workshop wollen wir uns mit feministischen Adaptionen der Marxschen Theorietradition beschäftigen und herausarbeiten, welche blinden Flecken feministische Theoretikerinnen identifizieren und wie sie den Marxismus ergänzen. Dabei stehen vor allem folgende Fragen im Mittelpunkt: In welchem Zusammenhang steht die kapitalistische Produktionsweise mit der Unterdrückung von Frauen? Welche Rolle spielt reproduktive Arbeit – also Kochen, Kümmern, Kinderkriegen – im Kapitalismus bzw. in der Marxistischen Gesellschaftstheorie? Anhand von Textauszügen, wollen wir die Grundlinien des feministischen Materialismus nachvollziehen sowie darüber sprechen, welche aktuellen gesellschaftlichen Probleme aus dieser Perspektive hervorgehoben und welche alternativen Gesellschafts- und Lebensweisen präferiert werden.

Carolin hat in Chemnitz, Toulouse und Berlin Sozialwissenschaften studiert und beschäftigt sich vor allem mit Kritischer und feministischer Theorie sowie deren praktischer Umsetzung. Sie hat verschiedene Projekttutorien zu den Themen Widerstand und Selbstorganisation, materialistischer Feminismus sowie feministischer Ökologie an der HU und TU Berlin geleitet und schreibt gerade an ihrer Masterarbeit zu Frauen*streiks.

Der 15. Januar 1919 war ein Mittwoch

Ausstellung von Ute Richter während der ganzen Kantine, Künstleringespräch am Samstag, 10.08.2019, 16.00 Uhr

Zeitungsdruck, 32 Seiten, 2017
Die Zeitung enthält 9 Poster der Künstlerin Ute Richter, den Text „Vorkriegslogik oder Rosa Luxemburg trifft Stanisław Leśniewski“ von Dietmar Dath und als Handreichung den Text „Ein anderes Archiv“ von Britt Schlehahn.
Erschienen im Lubok Verlag, Leipzig

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Was haben gerasterte Pflanzenposter mit aktuellen Tendenzen national motivierter Gewalt zu tun? Diese Frage wird mit der Zeitung künstlerisch gestellt. Mit ihrem Titel „Der 15. Januar 1919 war ein Mittwoch“ will sie an eine alte Geschichte erinnern.

Die Pflanzenmotive für den Zeitungsdruck wurden dem Herbarium von Rosa Luxemburg entnommen. Sie wurde im Januar 1919 ermordet, damit „Deutschland so schnell wie möglich wieder zu Ruhe kommt“. Mit den von ihr gesammelten Pflanzen soll an den Terror von 1919 erinnert werden und damit auch an die Wurzeln aktueller rechtsnationaler Gewaltbereitschaft.

Das Herbarium der deutsch-polnischen Theoretikerin tauchte vor einigen Jahren in Warschau in einem blauen Schuhkarton wieder auf. 18 Hefte mit aufbewahrten Pflanzen und Pflanzenteilen, präpariert, eingeklebt und mit Kommentaren versehen. Die Eintragungen begann Luxemburg im Mai 1913. Im Oktober 1918, drei Monate vor ihrer Ermordung, enden die Notizen. Luxemburg wollte ursprünglich Botanikerin werden. Aus der Beschäftigung mit Pflanzen, mit den Strukturen der Natur, bezog sie immer wieder Kraft.

Bedeutet die Hingabe an Natur und Landschaft schon einen Rückzug oder gar den Verrat des gesellschaftlichen Auftrags? Ein Zitat von Heiner Müller markiert den Kontext der Arbeit und schlägt den Bogen von der Geschichte in die Gegenwart: „Der Terror von dem ich schreibe kommt aus | Deutschland“.

Ute Richter wurde 1964 in Dresden geboren, studierte an der Kunsthochschule Berlin Weißensee, der Hochschule für Bildende Künste Dresden und der Ecole Nationale Suprieure des Beaux-Arts, Paris. Sie lehrt an der TU Dresden im Fachbereich Architektur und lebt in Leipzig.

Foto: Ute Richter

Links des Möglichen

Dienstag, 06.08.2019, 14.00 Uhr – Vortrag mit Elfriede Müller

Links des Möglichen schätzte Walter Benjamin Rosa Luxemburg ein. Das Unmögliche war zu ihrer Zeit die Verhinderung und dann die Beendigung des Ersten Weltkrieges; eine sozialistische Revolution in Deutschland, die durch einen Massenstreik ausgelöst wird und sich von der Sowjetunion in ihrem Demokratieverständnis unterscheidet; die Überwindung einer Spaltung der Linken, die auch für sie persönlich fatale Folgen haben wird; sowie von der Arbeiterinnenbewegung selbst geschaffene Organisationen, die das Leben in die eigenen Hände nehmen und damit die Defensive der Linken in der SPD seit 1905 überwinden. Rosa Luxemburg wollte in finsteren Zeiten emanzipatorische Handlungsfähigkeit herstellen.
Die Agitatorin und Intellektuelle passt weder in das Schema des Marxismus-Leninismus noch in einen zivilgesellschaftlichen Diskurs, der sich am Liberalismus orientiert. Ihre politische Wirkung blieb begrenzt, doch gilt sie nach wie vor als eine der schillerndsten Figuren der Arbeiterinnenbewegung. Dies liegt sicher auch daran, dass sie als Sozialistin ein Leben führte, das nie im Widerspruch zu ihren Ideen stand, und sicher auch an ihrem tragischen Tod. Sie hat als Erste – durch ihre solidarische Kritik an der Russischen Revolution – die enge und notwendige Verbindung von Gleichheit und Demokratie deutlich gemacht. Politik war für sie „befreiende solidarische Praxis“ (Michael Brie). Rosa Luxemburg hat versucht, die Grenzen des Kapitalismus mit der Tendenz zur Überproduktion materialistisch zu erklären, ohne dabei einer Zusammenbruchstheorie zu folgen. Ganz im Gegenteil war für sie der Klassenkampf der Motor eines revolutionären Prozesses, der sich für sie nicht durch eine einfache Übernahme der politischen Macht entscheidet: ein langer und hartnäckiger Kampf für politische Hegemonie.
Ob uns Rosa Luxemburgs Wirken heute für eine linke Politik und Theorie inspiriert, will der Vortrag untersuchen.

Elfriede Müller ist seit ihrem 17. Lebensjahr politisch aktiv, zuerst in der Schüler*innen- und Frauenbewegung, dann in der GIM (Gruppe Internationale Marxisten, trotzkistisch). Mit 23 verschlug es sie nach Paris, um dort in Verlagen und Buchhandlungen zu arbeiten. Parallel war sie bei der LCR (Ligue Communiste Révolutionnaire) aktiv. Im Jahr 1987 ist sie zunächst zum Studieren nach Freibung/Br. (Geschichte und Literaturwissenschaften) gegangen und schloß sich dort den Autonomen Studierenden an. Seit 1993 lebt Elfriede Müller in Berlin, wo sie die jour fixe Initiative Berlin mitbegründete. Veröffentlichungen von ihr finden sich zu linker Ideengeschichte, kritischer Theorie und Roman noir. Zusätzlich ist sie seit 1994 Beauftragte für Kunst im öffentlichen Raum des BBK (Berufsverband bildender Künstler*innen) Berlin und in diesem Zusammenhang Mitorganisatorin für einen künstlerischen Wettbewerb zu Rosa Luxemburg, welcher am Rosa-Luxemburg-Platz realisiert wurde.