Über die Kantine »Luxemburg«


»Bleiben Sie ruhig und heiter trotz alledem!« – diese Worte richtete Rosa Luxemburg am 24. August 1916 aus dem Gefängnis an Sonja Liebknecht. Einen Tag vorher wurde deren Mann Karl von der Reichsregierung festgenommen. Ähnlich schmerzhafte Erfahrungen kannte Luxemburg. Ihr eigenes Leben war von Kämpfen und Niederlagen geprägt: Sie wurde mehrmals inhaftiert und als Sozialistin, Frau und Jüdin angegriffen, erlebte den Tod von Freund*Innen und Mitstreiter*Innen und das Scheitern politischer Projekte. Trotz alledem wagte sie – mit Ernst Bloch gesprochen – den aufrechten Gang in Theorie und Praxis, deren Synthese ihr großes Projekt war. Den Kampf für eine freie und gerechte Welt führte sie als Autorin, Journalistin, Wissenschaftlerin, Parlamentarierin und Aktivistin. Dabei geriet sie sowohl mit dem politischen Gegner als auch den eigenen Reihen in stetige Konflikte, die sie beherzt austrug. Reichlich zwei Jahre nach ihrem Brief an Sonja Liebknecht wurde Rosa Luxemburg von Freikorpssoldaten erschossen und ihr Leichnam in den Berliner Landwehrkanal geworfen. Die wiederholte Aufforderung zum »trotz alledem« hinterließ sie der Nachwelt.

Ein Jahrhundert nach Luxemburgs Tod sind weder die Fragen, mit denen sie sich beschäftigte, beantwortet, noch hat sich die Welt in den Ort verwandelt, von dem sie träumte. Die Krisen des 21. Jahrhunderts scheinen denen ihrer Zeit ähnlich und verschieden zugleich. Deshalb nimmt die Kantine »Luxemburg« den Jahrestag ihres Todes zum Anlass, um aus der Perspektive der Gegenwart einen Blick auf ihr Leben und Werk zu werfen. Vom 5. – 11. August verwandelt sich das Subbotnik, eine ehemalige Mensa in der Nähe der TU Chemnitz, zum Ort für eine Festivalwoche voller Vorträge, Lesungen, Workshops, Diskussionen, Filme, Musik, Kunst und mehr. Damit geht die Veranstaltungsreihe – nach der Kantine »Marx« im letzten Jahr – in die zweite Runde. 2019 freuen wir uns sagen zu können: Herzlich willkommen zur Kantine »Luxemburg«!

Gefördert durch die Rosa Luxemburg-Stiftung, den Soziokulturellen Jugendfonds der Stadt Chemnitz, den Student_innenrat der TU Chemnitz, den Fachschaftsrat Philosophische Fakultät, den Bund deutscher Pfadfinder_innen und die Bürgerplattform Chemnitz-Mitte.

Basis:

Überbau:

Gefördert durch den soziokulturellen Jugendfonds der Stadt Chemnitz

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